Das Sanktus erstrahlte bis zum Himmel

08.06.2009 18:49 – Kleine Zeitung

Ernest Hoetzl dirigierte Bachs h-Moll Messe.

Mit seinem erklärten Lieblingswerk durfte Ernest Hoetzl seinen 50. Geburtstag feiern: Der künstlerische Leiter des Musikvereins dirigierte im Dom zu Maria Saal die Messe in h-Moll BWV 232 von Johann Sebastian Bach. Und dass es Hoetzls Herzenswunsch war, merkte man in jeder Phase seines ständig animierenden Dirigates: Er kostete die ergreifenden Arien und Duette aus, lockte viele Fassetten und Farben aus Chor und Orchester und schaffte gewaltige klangliche Steigerungen, so beim beinahe bis zum Himmel erstrahlenden Sanktus oder beim finalen Dona nobis pacem.

Choralfugen. Willig folgte ihm der “Coro del Friuli Venezia Giulia”, dem die vier- und fünfstimmigen Chorsätze, die achtstimmige Doppelchörigkeit wie auch die diffizilen Choralfugen außergewöhnlich gelangen. Nur in den sehr schnellen Passagen haperte es manchmal an Artikulation. Die “Capella Savaria” aus Szombathely (Ungarn) musizierte nach etwas zurückhaltendem Beginn mit unwiderstehlicher Vitalität und klanglicher Ausgewogenheit mit nur wenigen Intonationsproblemen auf den Originalinstrumenten. Lediglich der Hornist hatte offenbar einen schlechten Tag und verhaute sein Solo ziemlich.

Phrasierendes Alt. Und dann gab da noch die vorzüglichen Solisten wie die kurzfristig eingesprungene Katerina Beranova mit reinem Sopran, Lydia Vierlinger mit warmen, herrlich phrasierenden Alt, Gernot Heinrich mit hellem Tenor und Ulf Bästlein mit profundem Bass. Standing Ovations im vollen Dom!

Ehrenzeichen. Anschließend wurde dem Jubilar für seine Verdienste das große Ehrenzeichen des Landes durch Kulturreferent Harald Dobernig verliehen.

HELMUT CHRISTIAN.